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Kerngesund

Am Anfang von Artesan Pharma stand eine Salbenrezeptur für die Dermatologie und Gynäkologie. Heute produzieren 220 Beschäftigte unter anderem mehr als eine Milliarde Tabletten jährlich und erwirtschaften einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro – eine Erfolgsgeschichte.

1948 gründet der Apotheker und Chemiker Dr. Johannes Hotzel zusammen mit seinen Brüdern in Jesteburg, vor den Toren Hamburgs, das Unternehmen Artesan Pharma – ein Wortspiel, das soviel wie „Kunst des Heilens“ bedeutet. Eine Vorstellung davon, dass sich daraus innerhalb der nächsten Jahrzehnte ein modernes mittelständisches Unternehmen entwickeln würde, haben die Gründer damals wohl kaum.

Unter beengten Raumverhältnissen, dafür aber mit viel Enthusiasmus und Durchhaltewillen, gehen die Brüder an die Arbeit. Das erste Produkt ist eine Salbengrundlage für die Dermatologie und Gynäkologie. Es folgen immer neue Präparate als Taktgeber eines langsamen, aber stetigen Wachstums – der 1956 den Umzug in neue Räumlichkeiten in Winsen an der Luhe erforderlich macht.

Bis auf Dr. Johannes Hotzel sind 1971 alle Gründer aus dem Unternehmen ausgeschieden. Mit dem Eintritt von Knut A. Hotzel, dem Sohn des Firmengründers, kommt es zu einem Generationswechsel – und zu einem wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung des Unternehmens. Knut A. Hotzel forciert zusammen mit seiner Frau das Wachstum des Unternehmens in den 70er- und 80er-Jahren. 1973 erwirtschaftet Artesan mit nur 15 Mitarbeitern einen Umsatz von rund zwei Millionen DM und braucht abermals größere Räumlichkeiten. Der Firmensitz wird an den heutigen Standort in Lüchow verlagert. Während man weiterhin auf eigene Präparate wie die Magnesium-Tabletten der Marke Longoral setzt, beginnt Artesan mit Lohnfertigung für andere Unternehmen. Gerade für den Ausbau dieser Entwicklung, aber auch für die strategische Positionierung ist die GMP-Anerkennung 1976 ein entscheidender Meilenstein: Artesan kann den Bereich der Analytik aufbauen, Prüfvorschriften entwickeln, Zulassungsdossiers inklusive der chemisch-pharmazeutischen Sachverständigengutachten erarbeiten und klinische Prüfmuster herstellen.

Das Wachstum ruft nach qualifizierten Nachwuchskräften. Von 1986 an wird Artesan zum Ausbildungsbetrieb für Chemielaborant/in, Pharmakant/in, Mechatroniker/in, Industriekaufmann/-frau sowie Fachkraft für Lagerwirtschaft & Logistik.

Die sich abzeichnenden, strukturellen Änderungen auf dem Arzneimittelmarkt bewegen die Geschäftsleitung der Artesan in den 80er-Jahren, nach einem Partner zu suchen, um die gesunde Weiterentwicklung von Artesan auf eine solide Basis zu stellen. 1987 ist es soweit: Artesan entschließt sich zur Zusammenarbeit mit den Unternehmen Klosterfrau und Cassella-med. Die Kooperation entwickelt sich so gut, dass Artesan 1996 100%ige Tochter des Hauses Klosterfrau wird. Und während sich Artesan zunehmend auf die Herstellung fester und halbfester Zubereitungen konzentriert, übernimmt Cassella-med deren Vertrieb.

1999 verleiht das Fraunhofer Institut den Eta-Preis im Wettbewerb „Strom & Innovation“ an Artesan Pharma – eine Auszeichnung, die insbesondere das Bemühen um eine kontinuierliche Reduzierung des Einsatzes von Primärenergie belohnt: Schon 1987 geht bei Artesan das erste Blockheizkraftwerken (BHKW) ans Netz. Die hier selbst erzeugte Energie wird zur Klimatisierung, zur Trocknung von Produkten und für die Warmwasseraufbereitung eingesetzt – Ökonomie und Umweltschutz gehen zusammen und sorgen für eine dauerhaft positive Energiebilanz.

In dieser Phase zeigt sich außerdem die feste Verwurzelung mit dem Standort Lüchow. Artesan nimmt seine gesellschaftliche Verantwortung nicht nur als Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb wahr, sondern engagiert sich ab 1993 für das Haus der Lebenshilfe Dannenberg. Hier werden verpackte Arzneimittel konfektioniert.

2003 kommt Andreas F. Schlüter als weiterer Geschäftsführer an Bord von Artesan. Vier Jahre später scheidet Knut A. Hotzel als Geschäftsführer aus. Andreas F. Schlüter wird alleiniger Geschäftsführer eines hochproduktiven, bestens aufgestellten Pharmabetriebs: In dem traditionsbewussten und zugleich äußerst innovativen Unternehmen produzieren rund 150 Beschäftigte gut eine Milliarde Tabletten pro Jahr und erwirtschaften einen Umsatz von 20 Millionen Euro jährlich.

Der anhaltende Erfolg des Unternehmens sorgt in den folgenden Jahren für einen stetigen Ausbau am bestehenden Standort. Als es hier eng wird, erfolgt Ende 2007 nahe Lüchow der erste Spatenstich für ein neues Konfektionierungszentrums mit 14 Konfektionierungslinien. 2009 wird das an modernsten, auch ökologischen Anforderungen ausgerichtete Werk eingeweiht.