Geschichte
Innovation aus Überzeugung –
die bemerkenswerte Erfolgsgeschichte der Artesan Pharma
Als im Jahre 1948 der Apotheker und Chemiker Dr. Johannes Hotzel zusammen mit seinen Brüdern in Jesteburg, vor den Toren Hamburgs, Artesan Pharma gründete, ahnte er sicher noch nicht, wie erfolgreich und zielstrebig sich die Firma zu einem modernen mittelständischen Unternehmen entwickeln würde. Für den Firmennamen bedienten sich die Gründer eines lateinischen Wortspiels. Sinngemäß bedeutet Artesan soviel wie „Kunst des Heilens“.
Die Entwicklung einer Salbengrundlage für die Dermatologie und Gynäkologie bedeutete den Startschuss für das junge Unternehmen, das unter den beengten Verhältnissen der damaligen Zeit sicher keine optimalen Rahmenbedingungen vorfand. Mit viel Enthusiasmus und Durchhaltewillen kamen im Laufe der Jahre immer neue Präparate hinzu. Diesem langsamen, aber stetigen Wachstum konnten die ersten Räumlichkeiten schon bald nicht mehr gerecht werden. Die Verlagerung des Firmensitzes im Jahre 1956 nach Winsen an der Luhe war somit die logische Folge.
Mit dem Eintritt von Knut A. Hotzel, dem Sohn des Firmengründers, kam es im Jahr 1971 zu einem Wechsel in der Firmenleitung. Zu diesem Zeitpunkt waren bis auf Dr. Johannes Hotzel alle anderen Gründer bereits wieder aus dem Unternehmen ausgeschieden.
Der Weiterentwicklung des Unternehmens verschaffte der Generationswechsel wichtige Impulse. Knut A. Hotzel gelang es zusammen mit seiner Frau in den 70er und 80er Jahren erfolgreich, das Wachstum des Unternehmens kontinuierlich zu forcieren. 1973 erfolgte dann eine zweite Verlagerung des Firmensitzes an den heutigen Standort in Lüchow. Zu dieser Zeit erwirtschaftete Artesan mit gerade einmal 15 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2 Millionen DM. Während man weiterhin auf eigene Präparate - wie zum Beispiel die Magnesium-Tabletten der Marke Longoral - setzte, begann das Unternehmen parallel, für andere Firmen Lohnaufträge anzunehmen.
Ein wichtiger Meilenstein in der stetigen Weiterentwicklung des Unternehmens war die GMP-Anerkennung im Jahr 1976. Damit konnte Artesan sein Geschäftsfeld um den Bereich der Analytik gezielt erweitern. Außerdem war Artesan somit in der strategisch günstigen Position, Prüfvorschriften zu entwickeln, Zulassungsdossiers inklusive der chemisch-pharmazeutischen Sachverständigengutachten zu erarbeiten sowie klinische Prüfmuster herzustellen.
Sich abzeichnende, strukturbedingte Änderungen auf dem Arzneimittelmarkt bewogen die Geschäftsleitung der Artesan in den 80er Jahren, einen geeigneten Partner zu suchen. Damit sollte nicht nur das Bestehen, sondern auch eine gesunde Weiterentwicklung von Artesan auf eine solidere Basis gestellt werden.
Als Resultat dieser Bemühungen ging Artesan im Jahr 1987 eine Kooperation mit den Unternehmen Klosterfrau und Cassella-med ein. Die Zusammenarbeit verlief so gut, dass Artesan 1996 in eine 100%ige Tochter des Hauses Klosterfrau überführt wurde. Als Schwerpunkt entpuppte sich in dieser Phase die Herstellung fester und halbfester Zubereitungen. Den Vertrieb der eigenen Präparate übernahm zeitgleich die Cassella-med.
Im Jahre 2003 verstärkte Herr Andreas Schlüter als weiterer Geschäftsführer das Führungsteam der Artesan Pharma. Mit dem Ausscheiden von Knut A. Hotzel als Geschäftsführer der Artesan übernahm Andreas Schlüter dann 2007 die alleinige Geschäftsführung am Standort Lüchow. Der tatkräftige Unternehmer überließ Andreas Schlüter einen hochproduktiven, bestens aufgestellten Pharmabetrieb. In dem traditionsbewussten und zugleich äußerst innovativen Unternehmen produzierten rund 150 Beschäftigte gut 1 Milliarde Tabletten pro Jahr, was einem Umsatz von 20 Millionen Euro jährlich entsprach.
Das als solider Qualitätsanbieter etablierte Unternehmen Artesan ist fest mit der kleinen Kreisstadt Lüchow verbunden. Hier übernimmt es eine wichtige Aufgabe als Arbeitgeber für die Region. Ganz bewusst trägt Artesan dabei auch soziale Verantwortung. Dies zeigt sich unter anderem in der seit 1993 bestehenden Kooperation des Unternehmens mit dem Haus der Lebenshilfe Dannenberg, wo man vor allem verpackte Arzneimittel konfektionieren lässt.
Mindestens ebenso engagiert zeigt sich das fortschrittliche Unternehmen in Sachen Berufsausbildung. Mit seinen ambitionierten Ausbildungsangeboten für die Berufe Chemielaborant/in, Pharmakant/in, Mechatroniker/in, Industriekaufmann/-frau sowie Fachkraft für Lagerwirtschaft & Logistik trägt Artesan wichtige soziale Verantwortung im Landkreis Lüchow-Dannenberg und eröffnet seit 1986 jungen Menschen beste Zukunftschancen.
Einen hohen Stellenwert genießt bei Artesan Pharma auch der Bereich Umweltschutz. In diesem Zusammenhang kann das ständig nach Verbesserungen strebende Unternehmen mit besonderem Stolz auf den rationellen Einsatz von Primärenergie (Gas & Heizöl) verweisen. Für diesen Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz wurde Artesan im Jahr 1999 der Eta-Preis im Wettbewerb „Strom & Innovation“ durch das renommierte Fraunhofer-Institut verliehen.
Nüchtern betrachtet war Artesan seiner Zeit immer ein gutes Stück voraus. So ging bereits 1987 bei Artesan das erste Blockheizkraftwerk (BHKW) ans Netz, das eigenen Strom und Wärme produzierte. Die selbst erzeugte Energie ließ sich sehr effizient sowohl zur Klimatisierung als auch zur Trocknung von Produkten sowie für die Warmwasseraufbereitung einsetzen. Im Laufe der Zeit wurde die Zahl der Blockheizkraftwerke weiter aufgestockt. Mit diesem Energiekonzept beweist Artesan eindrucksvoll, dass Ökonomie und Umweltschutz nicht zwangsläufig im Widerspruch stehen müssen. Vielmehr zeigt sich, dass durch den Einsatz fortschrittlicher physikalisch-technischer Möglichkeiten dauerhaft eine positive Energiebilanz erzielt werden kann.
Der anhaltende Erfolg des Unternehmens sorgte in den folgenden Jahren für einen stetigen Ausbau am bestehenden Standort. Als dieser irgendwann an seine physikalischen Grenzen stieß, erfolgte eng an den Standort Lüchow angebunden Ende 2007 der erste Spatenstich für den Neubau eines Konfektionierungszentrums. Das nach modernsten Gesichtspunkten entwickelte Verpackungscenter umfasst 14 Konfektionierungslinien, die man im Jahre 2009 feierlich einweihen konnte. Selbstverständlich wurden auch bei diesem Projekt Umweltschutzaspekte schon in der Planung des Werkes konsequent berücksichtigt.
Ein Erfolgsgeheimnis von Artesan dürfte in der besonderen Unternehmenskultur liegen, die ganz bewusst großen Wert auf Teamgeist, gezielte Mitarbeitermotivation und den Willen zur ständigen Verbesserung legt. Heute verfügt Artesan über einen treuen, stetig wachsenden Kundenstamm, der besonders die hohe Flexibilität und die enge Kundenorientierung des mittelständischen Pharma-Dienstleisters schätzt. Schwerpunktmäßig ausgerichtet auf die Entwicklung und Auftragsherstellung von festen sowie halbfesten Arzneiformen umfasst das Leistungsspektrum von Artesan:
- Galenische Entwicklung
- Analytik
- Stabilitätsprüfungen
- Erstellung von Zulassungsunterlagen
- Erstfertigung/Scale up
- Lohnfertigung


